ADN-ZB/Archiv
Konterrevolutionärer Kapp-Putsch vom 13. – 17.3.1920 in Berlin
Die etwa 5.000 Mann starke Marinebrigade II unter dem Befehl von Kapitän Hermann Ehrhardt marschiert, aus Döberitz kommend, in den frühen Morgenstunden des 13. März in Berlin ein. Die Brigade bildet die Militärische Stoßkraft des von Wolfgang Kapp und General Walther von Lüttwitz geführten Putsches. Truppen der Putschisten riegeln das besetzte Regierungsviertel ab, hier Posten am Wilhelmplatz.

Veranstaltung der NaturFreunde Berlin mit den VVN-VdA-Gruppen Charlottenburg und Spandau und dem Spandauer Bündnis gegen Rechts:

„Generalstreik schlägt Kapp-Putsch!“

Dienstag, 10. März 2020, 19.30 Uhr, Naturfreundeladen

(NaturFreunde Landesverband Berlin e.V.), Paretzer Straße 7, Berlin-Wilmersdorf

 

 

Aus der Einladung:

Der Widerstand gegen den Kapp-Putsch

100 Jahre Generalstreik und Aufstände gegen den ersten rechtsradikalen Putsch in der deutschen Geschichte.

März 1920, der Erste Weltkrieg ist eineinhalb Jahre vorbei. Insbesondere im Deutschen Reich, wo die Novemberrevolution 1918 die Hohenzollernmonarchie hinweggefegt hat, sind die Verhältnisse keineswegs gesichert. Zwar wurde das allgemeine Wahlrecht – und damit auch das Frauenwahlrecht –, der Achtstundentag und andere soziale Forderungen umgesetzt, aber die sozialdemokratisch geführte Regierung führt die versprochene Sozialisierung von Industrie und Großgrundbesitz nicht durch. Vor allem aber sind durch den Einsatz von Freikorps gegen revolutionäre Aufstände 1919 reaktionäre Strukturen im Militär wiederbelebt worden. Dadurch kommt es am 13. März 1920 zum Kapp-Lüttwitz-Putsch gegen die Republik. Doch die Mehrheit der Bevölkerung kämpft für deren Fortbestand. Es kommt zum größten Generalstreik in der deutschen Geschichte. Dem politischen Willen von zwölf Millionen Streikenden haben die Putschisten nicht entgegen zu setzen, der Staatsstreich bricht am 17. März zusammen. Allerdings bleibt die Lage unübersichtlich. Da aufgrund des Generalstreiks keine Zeitungen erscheinen und bestenfalls Flugblätter kursieren, zudem von Parteien und Gewerkschaften gegenteilige Aufrufe herausgegeben werden, ist nicht klar ob und wann der Putsch wirklich am Ende ist und der Streik beendet wird. Gerüchte und Stimmungen werden zu Grundlagen für Handlungen. Vielerorts finden auch bewaffnete Auseinandersetzungen statt. In diesem Zusammenhang kommt es vom 17. bis 19. März in Berlin, Köpenick, Spandau und Hennigsdorf zu blutigen Konfrontationen und Kämpfen.

Multimedia-Vortrag: Bernd Langer