Im August 1987 nahm sich Rudolf Heß, als Kriegsverbrecher und „Stellvertreter Hitlers“ vom internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zu lebenslanger Haft verurteilt, im Kriegsverbrechergefängnis in Spandau das Leben. Damit der Ort NICHT zu einem Wallfahrtsort würde, wurde das Gefängnis abgerissen und ein Einkaufszentrum platziert.

Von Kundgebungen, Demonstrationen, Aktionen konnte das neue und alte Nazis nicht abhalten – auch wenn sich das Geschehen dann parallel und zunehmend häufiger an seinem Beerdigungsort in Wunsiedel, Oberfranken, abspielte.

2017 versuchten nach der Öffnung der Akten neonazistische Gruppierungen erneut, Spandau für ihr „Heldengedenken“ zu instrumentalisieren. Eine große Gegenwehr von antifaschistischen Menschen, unterschiedlichsten Gruppierungen und dem bürgerlichen, kirchlichen, politischen Spektrum konnte verhindern, dass sie mehr als 200 Schritte laufen durften. Das ist nicht zuletzt besonders den spontanen Sitzblockaden zu verdanken. Der nächste Versuch 2018 verlief dann von vornherein ohne viel Nazi-Geschrei in Spandau, indes hatten polizeiliche Absprachen zum Ausweichen auf den Innenstadtbereich geführt. Dort konnten sie nahezu unbeanstandet durch Straßen mit Namen von Widerstandskämpfern laufen.

Wir treten jetzt und immer für eine antifaschistische, menschliche Gesellschaft ohne Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung ein und werden uns dieses Jahr am 17. und 18. August ab 16 Uhr auf dem Rasenstück „Platz der weißen Rose“ aufhalten.