Der wahre Grund für den Ukrainekrieg ist der Anspruch der USA auf eine einzigartige Weltmachtstellung. Siehe dazu auch Zbigniew Brezinskis Buch „Die einzige Weltmacht. Um diese Machtstellung zu erreichen oder zu erhalten, hat die USA seit dem Ende des 2. Weltkriegs unzählige Kriege geführt und auch auf andere, oft unlautere Weise mit allen Mitteln alles unternommen, um andere Staaten gefügig oder abhängig zu machen. Siehe John Perkins Buch „Ich war ein ökonomischer Hitman“ (Auftragskiller)

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gab es keine Gegenmacht mehr zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Aber inzwischen sind China und Russland starke Mächte geworden, die dem Anspruch der USA auf die Weltherrschaft etwas entgegensetzen können.

Westeuropa ist als Verbündeter der USA deswegen seit über 20 Jahren nicht auf die ständigen Versuche Russlands eingegangen, eine gemeinsame europäische Sicherheitspolitik und gute wirtschaftliche Zusammenarbeit anzustreben. Stattdessen gab es eine ständige Erweiterung der Nato Richtung Russland. Entgegen der festen Zusagen, die bei den Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands der Sowjetunion gegenüber gemacht worden waren. Und es wurde massiv aufgerüstet und große Militärmanöver der Nato-Truppen dicht an der Staatsgrenze Russlands durchgeführt.

Der von den USA mit mindestens 5 Milliarden Dollar finanzierte Regime-Change 2014 in der Ukraine sollte Russland noch weiter in die Enge treiben. Und die immer wieder von Russland vorgebrachte Warnung, die Ukraine nicht auch noch in die NATO aufzunehmen, wurde ignoriert. Genauso, wie die Ablehnung der von Russland immer wieder angemahnten Umsetzung des völkerrechtlich verbindlichen Abkommens Minsk 2 von 2015 für die beiden vom ukrainischen Militär bekämpften Volksrepubliken in der Ostukraine.

Ziel des Westens ist es, in Russland wieder eine Situation herzustellen, wie sie unter Präsident Boris Jelzin gewesen war, als westliche Investoren das Land ungehindert ausplündern konnten. Ziel ist auch ein geschwächtes Russland, weil es dann für die USA und ihre Verbündeten einfacher wäre, gegen den Wirtschafts-Konkurrenten China vorzugehen.

Dieser Krieg wäre vermeidbar gewesen, bis zum Schluss. Man hätte Russlands Forderungen nachkommen können: Erstens, indem man Russlands berechtigte Sicherheitsinteressen berücksichtigt und eine Zusage gegeben hätte, dass die Ukraine nicht auch noch in die NATO aufgenommen würde. Und wenn man zweitens endlich das Abkommen von Minsk umgesetzt und damit den seit 8 Jahren andauernden schrecklichen Krieg gegen die beiden Volksrepubliken in der Ostukraine beendet hätte.

Aber das war nicht im Sinne der USA. In der Ukraine drohte nämlich gerade die Stimmung zu kippen. Präsident Selenskyj war ja 2019 mit großer Zustimmung gewählt worden, weil er Frieden mit der Ostukraine versprochen hatte. Dieses Versprechen hat er nicht gehalten. Im Gegenteil. Seine Partei „Diener des Volkes“ lag vor diesem Krieg bei Umfragen nur noch an dritter Stelle. An erster Stelle lag die russlandfreundliche Partei „Für das Leben“. Wenn diese die nächsten Wahlen gewonnen hätte, wären alle Bemühungen der USA für den Regime-Change 2014 umsonst gewesen. Da kam der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine gerade recht. Zumal nun die EU jetzt wieder fest an der Seite der USA steht, und auch das Projekt Nordstream 2 endgültig begraben wurde. Und nun wollen sogar Schweden und Finnland in die NATO eintreten. Außerdem schwächen die gegen Russland verhängten Sanktionen die europäischen Länder, die wirtschaftliche Konkurrenten der Vereinigten Staaten Amerikas sind.

Dieser Kurs der USA und ihrer Verbündeten gegen Russland und China wird allerdings von der Mehrheit der Länder dieser Erde – in Afrika, Lateinamerika und Asien – nicht unterstützt. Das lässt hoffen.

Monika

Wer mehr über den Krieg in der Ostukraine seit 2014 wissen möchte, dem empfehle ich das spannende Buch von Ulrich Heyden „ Der längste Krieg im Europa seit 1945“. Es ist 2022, aber vor dem Einmarsch von russischem Militär in die Ukraine, erschienen.