Die Demo gegen den am 1. März frisch eröffneten Thor-Steinar-Laden im Brunsbütteler Damm 112 kann als gelungener Auftakt bezeichnet werden. Unterschiedliche Berliner Gruppen haben die Spandauerinnen und Spandauer dabei unterstützt, nach 23 Tagen ein erstes Zeichen zu setzen gegen Rassismus und rechtes Gedankengut. Ein Modelabel von Rechten für Rechte hat hier nichts zu suchen.

Obwohl die Polizei durch Schikanen und anfangs mitlaufende Typen aus dem Bärgida-Umfeld, die sich ‚Patrioten mit Migrationshintergrund‘ nennen, für Unruhe sorgten, längere Pausen durch die unberechtige Personalienfeststellung eines Fotografen und manche Pöbelei von Passanten entstanden, war es eine gelungene, sichtbare Aufklärung für die Spandauer Umgebung! Wir werden das so lange weiter betreiben, bis der Laden geschlossen oder der Mietvertrag gekündigt ist.

…streckenweise lief die Polizei rückwärts….

Wir fordern den Vermieter auf, sich bewusst zu werden, wen er da beherbergt. Einen Klamottenhändler, der mit Marken Outlet wirbt, Symbolik vom Germanentum mit deutschtümelnder, rassistischer Propaganda verbindet und die Waffen-SS verherrlicht. Er stattet Männer, Frauen und Kinder aus und bietet damit jeder DEUTSCHEN Kleinfamilie ein „nettes Angebot“ für den heimattreuen Alltag. Für Spandau ist das angesichts der großen Vielfalt der unterschiedlichsten Kulturen eine besondere Katastrophe, der es gleich zu Beginn zu begegnen gilt.

Brunsbütteler Damm 112

Der Spruch auf dem Transparent im vollen Wortlaut hier:

Die Kerle, die in Häuser brechen Dieweil sie keine Bleibe kennen; Die Lästermäuler, selbst die frechen Sie könnten eure Mütter sein! ’s mag ihnen nur an Härte fehlen – Ich bitt euch, ihnen zu verzeihn. Habt da mehr Nachsicht mit den kleinen Und weniger mit den großen Dieben Die euch in Krieg und Schande trieben Und betten euch auf blut’gen Steinen. Die euch erpreßt zu Mord und Raube Und nunmehr winseln ihr „Vergib!“ – Stopft ihnen’s Maul und mit dem Staube Der von eur’n schönen Städten blieb! Und die da reden von Vergessen Und die da reden von Verzeihn – All denen schlage man die Fressen Mit schweren Eisenhämmern ein. Bertolt Brecht, Dreigroschenoper (Neufassung 1948) Gesammelte Gedichte Bd. 4, Ffm 1976, S. 1124

Dank an alle, die dabei waren und uns auch weiterhin unterstützen!!!