Die politische Bühne hat sich in diesem Jahr aufgetan, um zu bekennen, dass es nötig ist, „…über die Verantwortung, die wir als Konsequenz und Lehre aus dem Geschehenen tragen, jede Generation neu, zu sprechen…“ verkündete Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble im Blick auf die Befreiung von Auschwitz. Und weiter:  „Wir denken auch an alle jene, die dem Tod zwar entkommen konnten, aber seelisch zerbrochen sind und an die Nachkommen, die bis heute vom Trauma des Holocaust gezeichnet sind.“ Mehr hier und hier 

Wie halbseiden und unaufrichtig seine Worte sind, ergibt eine Diskussion im Bundestag am 30.01.2020 zum Thema: Gesetzesgrundlagen schaffen für einbürgerungswillige Nachfahren der Verfolgten des NS-Regimes. Hier geht es wohl politisch ans Eingemachte – die SPD tönt, erst mal abwarten, wie die (im August 2019 verabschiedeten) „Erlasse“ zu diesem Thema wirken, dann könne man neu diskutieren. Die AfD nutzt die Diskussion zur neuen Runde „Rassenkunde und Abstammungslehre“ und beim Lesen des stenografierten Protokolls bleibt mir nicht nur einmal die Luft weg. Es klingt wie die Fortführung eines Vermächtnisses von Nazideutschland, das alle ja so weit von sich weisen – indes, man muss doch wohl flexibel und kontrolliert zulassen dürfen, wer DEUTSCH sein darf.

Für alle, die sich mit dem Thema befassen wollen, gibt es hier den Auszug aus dem Protokoll: Bundestag stenografischer Bericht 30.01.2020 Auszug