Gunter Demnig – der Vater der Stolpersteine – verlegt immer noch jeden seiner selbst gestalteten Betonsteine mit Messingplatte und den Daten des zu ehrenden Menschen aus der Zeit des 2. Weltkriegs selbst. Am 26.Oktober 2010 war er in Spandau. In der Reihe der insgesamt 15 Steine war der für Erich Meier etwa als 8. Stein, also gegen 13.30 Uhr vorgesehen. Plus/Minus eine Stunde, so hieß es. Als wir gegen 13.25 Uhr die Kurze Straße 1 aufsuchten, wartete dort nur ein einsamer Fahrradfahrer. Der zuvor von uns gesichtete KOB gesellte sich mit einigem Abstand dazu. Gegen 13.35  Uhr verschwand der Radfahrer und der um die Häuser gelaufene grün Gewandete sprach uns an, ob wir auch auf die Stolpersteinverlegung warten würden. Als wir uns im Gegenzug erkundigten, ob alle zu verlegenden Stolpersteine das Aufsichtsinteresse durch die Polizei erhalten, wich er aus.

Nach einer telefonischen Information durch den Vertreter der Spandauer Jugendgeschichtswerkstatt konnten wir gegen 14.15 Uhr Zeugen einer kurzen aber beeindruckenden Aktion werden. An der Ecke Kurze Straße / Falkenhagender Straße liegt nun der Stein, auf dem an Erich Meier erinnert wird.

In den letzten Minuten unseres dort Verharrens stolperten noch etliche Menschen um die Ecke, so ergaben sich erste informative Gespräche. Ein Kind war entsetzt: „Was, hier liegt jemand begraben?“ und: “ …die sind alle aus Gold?“ Eine Mutter interessierter Söhne unterschiedlichsten Alters wusste indes: „Das können wir alles im Internet nachlesen!“

Wir haben die Hoffnung, dass dieser kleine Schritt eine langfristige Erinnerung gewährleistet.