VVN/BdA und Spandauer Bündnis gegen Rechts freuen sich, die Ausstellung: „Berliner Arbeiterwiderstand 1942 – 1945“ nach Spandau holen zu können. Sie wird unter dem ausführlichen Titel:

„Weg mit Hitler – Schluss mit dem Krieg!“ Die Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation

vom 1. bis zum 30 September im Säulengang des Rathauses zu sehen sein.

Zur Eröffnungsveranstaltung laden wir alle Interessierten ein:

• Montag, 01. September 2014, 20 Uhr – im Beisein der Tochter von Anton Saefkow, Frau Dr. Bärbel Schindler-Saefkow, dem Vorsitzenden des VVN/BdA, Hans Coppi, dem Schirmherrn der Veranstaltung, Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und den Veranstaltern.

file0005Nachdem im Sommer 2006 zwei Töchter von Mitstreitern dieser Gruppe recherchiert haben, wie wenigen der Opfern dieser Widerstandsgruppe gedacht wird, entschlossen sie sich, wenigstens Stolpersteine verlegen zu lassen, um die bisher Unbekannten dem Vergessen zu entreißen. Dabei entstand die Idee zur Ausstellung. Ausführliche Informationen sind im Katalog nachzulesen.

Dort finden wir auch einen Artikel unter dem Titel: Illegal arbeiten, den wir hier gern veröffentlichen möchten:

»Widerstand und Widerspruch waren unter dem NS-Regime in die Sphäre des Illegalen und Konspirativen abgedrängt. Wer sich dem Regime widersetzte, riskierte sein Leben, war von Zuchthaus und KZ bedroht. Die Allgegenwart von Blockwarten und Spitzeln sorgte für eine weitgehende Kontrolle des öffentlichen und privaten Lebens und säte Misstrauen selbst in Familien, unter Freunden und politischen Weggefährten. Jede Kontaktaufnahme zu möglichen neuen Mitstreitern war ein vorsichtiges Herantasten, Äußerungen wurden auf „zwischen den Zeilen“ versteckte Botschaften abgeklopft, um Hinweise auf die Gesinnung eines Menschen zu bekommen. Ehe man jemanden neu in die illegale Arbeit einbezog, wurde dieser einer Prüfung unterzogen. Im Widerstand galten Regeln zur eigenen Sicherheit und zum Schutz der gesamten Organisation. So durfte man nur wenige Mitstreiter kennen und diese erhielten zur Tarnung Decknamen. Notizen waren gefährlich, weshalb Vieles mündlich verabredet werden sollte.«

Begleitende Veranstaltungen zum Thema:

• Erzählcafè – wie war das damals?

11. September 2014, 18.00 Uhr,

Paul-Schneider-Haus, Schönwalder Straße 23

• Das Vermächtnis Anton Saefkows – seine Tochter berichtet

18. September 2014, 19.00 Uhr,

Bürgersaal im Rathaus Spandau, 2. Etage

Eine Filmvorführung Ende September im Kino im Kulturhaus, Mauerstraße 6 wird noch vorbereitet –

Bitte auf Ankündigungen achten!

Was hat uns dazu veranlasst, diese Ausstellung nach Spandau zu holen? Vielen Organisationen, die sich in antifaschistischer Tradition auch heute noch darum bemühen, die Erinnerung wach zu halten, um die Gegenwart zu beeinflussen, fehlen immer mehr die Aktiven. Das hat nicht nur in der demografischen Entwicklung seine Ursachen sondern oft auch in unterschiedlichen Herangehensweisen und Erkenntnissen zum Thema – bei aller sozialen Kritik werden oft die Ursachen für diese Entwicklung nicht richtig benannt und damit unserer Meinung nach nur an der Oberfläche „gekratzt“. Wir denken, dass die politischen Entscheidungen im heutigen Deutschland und Europa, die damit verbundene Geschichtsklitterung und der „neue“ Ruf nach Kriegsbeteiligungen entscheidend auf die Situation, in der wir leben, Einfluss nimmt. Eines unserer Ziele ist also nicht nur, die Aufklärung zu verstärken, sondern jedem, der mitarbeiten möchte, ein Podium, einen Ort, eine Plattform zu bieten, um sich am Kampf gegen Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Auftreibung der Menschen gegeneinander und das Schaffen neuer/alter Feindbilder zu beteiligen. Damit bündeln wir unsere Kraft und können unsere Arbeit verstärken.

Gefördert wurde unsere Veranstaltungsreihe auch durch:
Soziale Stadt

senat-logo

 

 

unter Beteiligung von:

Logo-QM-Spandauer-Neustadt

 

 

siehe auch: flyer