Erich Meier war gerade erst 22 Jahre alt, als er heimtückisch und brutal von SA-Leuten ermordet wurde. Sie hatten ihm in der Laubenkolonie „Gute Hoffnung“ an der Spekte aufgelauert, ihn in die SA-Kaserne Drechsel in der Wilhelmstraße verschleppt, dort auf bestialische Weise gequält und dann auf einem Feld bei Karolinenhöhe mit mehreren Schüssen ermordet.

Was war der SA an Erich Meiers so verhasst?

Er war Vorsitzender des kommunistischen Jugendverbandes im Unterbezirk Spandau (KJVD) und machte keinen Hehl aus seinen Überzeugungen. Im Angesicht der sich verschärfenden nationalsozialistischen Gesellschaftsstruktu­ren wies er auf die Gefahren dieses Systems für die Bevölkerung und den europäischen Frieden hin. Seine Visionen waren die einer klassenlosen Gesellschaft, in der jedem der Zugang zur Bildung und zur Teilhabe am gesell-schaftlichen Gemeinwesen offen stehen würde unabhängig von seiner Herkunft oder Religion. Das war den Machthabern und ihren Anhängern mehr als ein Grund für seine Vernichtung. So gehörte er bereits 1933 zu den Mordopfern des faschisti­schen Systems, dem noch unzählige folgen sollten.

Heute, auch in diesem beschaulichen Spandau am Rande Berlins, haben wir trotz aller Zivilisation und eines Reichtums an eigentlich verfügbaren Mitteln ein politisches Desinteresse an unverfälschter Aufklärung und flächendeckender, vom Geldbeutel des Elternhauses unabhängiger Bildung. Gebildete Menschen, die nicht auf jede Medien- und Politikerhetze hereinfallen, sind auch heute noch denen, die ihre Macht verteidigen müssen, ein Dorn im Auge.

Damit dies nicht so bleibt, werden wir nicht ruhen, durch Erinnerung an geschichtliche Ereignisse heutige Missstände aufzudecken – wir treten aktiv ge­gen Rassismus, Antisemitismus, Antiislamismus und Ausgrenzung von Anders­denkenden ein!

Zu unseren Veranstaltungen sind alle eingeladen, die dies unterstützen möchten.

 

  • 16.12.2010, 18.00 Uhr Ehrung am Stolperstein
  • Kurze Straße 1, Ecke Falkenhagender Straße, Bus 134

 

  • 18.12.2010, 19.00 Uhr Antifaschistisches Solikonzertmit: Carry the Day, Ytonx und Punchuppogos,
  • Geschwister-Scholl-Haus, Magistratsweg 95,
  • Bus M32 bis Brunsbütteler Damm, Ecke Magistratsweg
  • plus 100 m Fußweg

 

Vorankündigung:

  • 10.03.2010, 18.00 Uhr Lesung aus der Broschüre von W. Döbbelin „Erich Meier und seine Zeit“ 

Unterzeichner: Spandauer Bündnis gegen Rechts, Vereinigung der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/VdA), Antifaschistische Initiative Moabit, Die Linke.Spandau, GAL Spandau

 

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