Die Situation von Menschen, die durch die kapitalistische Ausbeutung von Mensch und Umwelt durch gewissenlose Profiteure zu den sogenannten Verlierern(!) gehören und oft unter Einsatz des eigenen Lebens versuchen, sich in eine etwas sicherere Welt zu retten, wird in Europa immer katastrophaler. Übergriffe auf Flüchtlinge sind an der Tagesordnung, Neid und Mißgunst regiert selbst die, denen es nur unverhältnismäßig besser geht.

Die von Politikern und Wirtschaftsmagnaten geführten Kriege verschärfen die Not eines für den Reichtum einiger weniger erzeugten Hungers vieler anderer, der täglich immer noch immense Opfer fordert.

FAKTEN ÜBER DEN HUNGER

1. Jeden Tag sterben ca. 24.000 Menschen an Hunger oder durch hungerbezogene Ursachen. Die Zahl der Sterbenden ist gesunken, von 35.000 vor zehn Jahren und von 41.000 vor zwanzig Jahren. Dreiviertel derer, die an Hunger sterben, sind Kinder im Alter von nicht einmal fünf Jahren.

2. Heutzutage sterben 10% aller Kinder in den Entwicklungsländern vor dem fünften Lebensjahr. Vor fünfzig Jahren waren es noch 28%.

3. Hungersnot und Kriege verursachen nur 10% der Hungertode, obwohl man über diese wohl am meisten erfährt. Hungertode geschehen jedoch hauptsächlich durch chronische Unterernährung. Familien bekommen einfach nicht genug zu essen. Dies ist die Folge von extremer Armut.

4. Unterernährung verursacht aber nicht nur Tod sondern auch Sichtprobleme, Apathie und Wachstumshemmung und erhöht die Ansteckungsgefahr. Stark unternährte Menschen sind nicht einmal in der Lage, elementarste Funktionen auszuführen.

5. Schätzungsweise 800 Millionen Menschen auf der Welt leiden unter Hungersnot und Unterernährung, ungefähr 100 mal mehr als die Zahl derer, die jährlich daran sterben.

6. Manchmal bedarf es nur einiger weniger und einfach zu bewerkstelligender Ressourcen, um armen Menschen zu helfen, genügend Nahrung anzubauen und sich selbst zu versorgen. Diese Ressourcen sind u.a. Qualitätssamen, richtiges Werkzeug und Zugang zu Wasser. Kleine Verbesserungen im Bereich Landwirtschaftstechnik und Lebensmittellagerung wären auch sehr hilfreich.

7. Viele Hungerexperten sind der Ansicht, daß man Hunger letzten Endes nur durch Bildung reduzieren könne. Menschen mit Bildung sind am ehesten in der Lage, aus dem Armutskreislauf auszubrechen, durch den Hunger verursacht wird.
 

Quellen (pro Abschnitt):

1) Das Hunger Projekt, Vereinte Nationen;
2) CARE;
3) Richtlinien des Instituts für Nahrungsmittel und Entwicklung;
4) Nahrungsmittelprogramm der Vereinten Nationen (WFP);
5) Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO);
6) Oxfam;
7) United Nations Children’s Fund (UNICEF)

Wären diese Gründe nicht schon ausreichend für das Verlassen des Geburtslandes – erzeugen Kriege ihrerseits Massenvertreibungen, Ausgrenzung und Tod. Darüber gibt es etliche Veröffentlichungen,

unter anderem …hier

In Deutschland haben sich vor einem Monat 20 Flüchtlinge zu Fuß von Würzburg auf den Weg nach Berlin begeben, um auf die menschenunwürdigen Zustände, denen ein Flüchtling in einem der reichsten Länder Europas ausgeliefert ist, hinzuweisen. Sie verstoßen damit gleich gegen eines der „Asylverfahrensgesetze“: die Residenzpflicht!

Wäre schon die Verschärfung der Asylgesetze seit den rassistischen Pogromen in Rostock-Lichtenhagen ein Thema für sich, können wir hier nur Grundlegegendes streifen (und auf ausführlichere Beiträge verweisen). Flüchtlingsinitiativen informieren seit Jahren über die unzumutbare Situation für Asylsuchende in Deutschland hin – Unterbringung katastrophal, abgeschnitten von der Bevölkerung, Essensversorgung nach Schema und nicht individuellen Ansprüchen, Krankheits- und Schulversorgung mangelhaft etc. pp. Die Bevölkerung weiß wenig darüber, dass jemand, der sich in diesem Vakuum zwischen vegetieren und existieren befindet, nicht arbeiten, keinen Sprachkurs besuchen und schon gar keine eigene Wohnung (deren Kosten um ein erhebliches geringer wäre als die Heimunterbringung) beziehen darf. Die Anzahl der psychischen Erkrankungen und die Selbstmordrate sprechen für sich.

Der Fußmarsch der Flüchtlinge aus Bayern kam am 06. Oktober in Berlin an – inzwischen vielfältigst unterstützt. Bis Sonnabend halten sie sich mit Unterstützerinnen und Unterstützern in einem Camp am Oranienplatz auf. Sie benötigen auch weiterhin materielle wie ideelle Unterstützung. Es fehlt an Schlafsäcken, Decken, Geschirr und anderem – jederzeit sind Besucherinnen und Besucher Willkommen!

Diese erstmalig auch stärker in den Medien Aufmerksamkeit erzeugt habende Aktion soll am Sonnabend, dem 13.10.2012 mit einem Protestzug zum Bundestag ihren vorläufigen Abschluss finden und eine neue  Etappe des Kampfes gegen die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik einleiten!

Kommt alle zur Demo – für die Aufhebung der Residenz- und Lagerpflicht, Stopp aller Abschiebungen!

 13.10.2012 | 15 Uhr | Oranienplatz | Berlin

Kein Mensch ist illegal!

Weitere Infos  …hier