Im Labyrinth des Schweigens

Gestern kamen im Kino des Kulturhauses Spandau etwa 50 Gäste zusammen, um sich gemeinsam den Film: „Im Labyrinth des Schweigens“, in der Regie von Giulio Ricciarelli, anzusehen.

Dieser Film hatte am 6. September 2014 beim Toronto International Festival unter dem Ttel „Labyrinth of Lies“ seine Premiere. Die internationale Presse hat ihn mit Bewunderung aufgenommen, er war sogar für einen OSCAR nominiert und bekam etliche Preise. Bis heute wurde er nicht im Fernsehen ausgestrahlt.

diskussionsrunde

von links: Christian Rinke-Emming, Sprecher VVN/BdA Spandau; Hansi Jochmann, Schauspielerin; Petra Pau, MdB für Die Linke; Jörg Kuhle, Gründungsmitglied VVN/BdA Spandau

Diskussion

Bei der nachfolgenden Diskussionsrunde wurde sehr schnell klar, dass dieser Film ins „Pflichtprogramm“ einer jeden Schule gehören sollte. Er könnte in herausragender Weise die geschichtlichen Verhältnisse in Deutschland und ihre Ausprägung bis in unsere Tage beleuchten helfen. Hansi Jochmann berichtete über die fortwährenden Versuche deutscher Künstler, mit dem Mittel der Kunst aufzuklären und zu informieren.

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zweite Reihe Mitte von vorn: Kerstin Gnielka, Tochter von Thomas Gnielka und Herausgeberin des Buches: „Als Kindersoldat in Auschwitz – die Geschichte einer Klasse“

 

 

 

Petra Pau, Mitglied des Untersuchungsausschusses zur NSU-Affäre, konnte sehr gut den vergleichenden Bogen in die heutige Zeit ziehen: Die geladenen Zeugen der im Verfahren beteiligten Ämter sind mit Blindheit (oder einem Maulkorb, Anm. d. Verf.) behördlicher Logik geschlagen und kennen nur ihren jeweiligen, sehr eingegrenzten Arbeitsbereich. Sie können und wollen nicht über den Tellerrand schauen und sind nicht in der Lage, Zusammenhänge zu erkennen oder wahrzunehmen. Die Methoden der Verdrängung bestehen also bis heute. Insofern kann dieser Film eine wichtige Anleitung dazu sein, Ursachen zu erkennen, um Veränderungen anzustreben. Dabei lohnt es sich, gegen alle Widerstände für Aufklärung und Gerechtigkeit zu kämpfen. Ein weiterer Schritt zur Bekanntmachung dieses Filmes wird für die Veranstalter der intensive Kontakt zum Kant-Gymnasium sein. Diese Schule weiß von Film und Geschichte Thomas Gnielkas, auch der Kontakt zu Kerstin Gnielka besteht bereits. Nun heißt es, die Schule bei der weiteren Recherche, z. B. in Projekttagen oder im fächerübergreifenden Unterricht zu unterstützen, um damit auch andere Spandauer Schulen dafür zu gewinnen. Mit diesem Film sollten „…wir in die Schulen gehen, um den Kindern zu zeigen, was in der deutschen Geschichte passiert ist!“, wie Hansi Jochmann eingangs sagte.

Über die Unterstützung durch Artikel im Spandauer Volksblatt freuen wir uns sehr – wir hoffen auf weitere gute Zusammenarbeit.

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Julia und Roman Colm während der Diskussionsrunde am 25.09.2016

Besonderer Dank gebührt den Betreibern des Kinos im Kulturhaus Spandau, Roman und Julia Colm, ohne deren zugewandter und aktiver Unterstützung wir diesen schönen Kinosaal nicht nutzen könnten.

 

 

 

Der vorerst letzte Film aus der Reihe: Verantwortung Jetzt! folgt am 20. November. Auf Vorankündigungen achten.