Nach allem Trouble mit der grünen „Erneuerung“ in Spandau, vier fast neuen Bezirksverordneten und einer neuen, hübschen Ladengeschäftsstelle in der Altstadt wollten diese Bündnisgrünen mit einer Veranstaltung punkten, die ihnen einmal mehr die Glaubwürdigkeit abhanden kommen lässt: Die Veranstaltung „Doppelt gemoppelt oder einfach gepasst“ (Für und Wider der Optionspflicht) wurde unter anderem mit folgenden Worten für den 27.02.2017 um 19.30 Uhr angekündigt:

„…Momentan wird das Thema mehrfache Staatsbürgerschaft („Doppelpass“) wieder sehr kontrovers diskutiert, gute Argumente scheint es von beiden Seiten zu geben. Umso wichtiger, sich nicht nur am Stammtisch über das Für und Wider zu informieren. Wir freuen uns, dass wir drei ausgewiesene Spezialisten für eine Podiumsdiskussion gewonnen haben und laden Sie herzlich ein zu einer ganz bestimmt lebhaften, aber auch ganz bestimmt fair geführten Diskussionsrunde….“

von links:
Susanne Zissel, Kai Wegner, verdeckt Gollaleh Ahmadi, Özcan Mutlu, Bodo Byszio

Zu den Experten gehört nach Ansicht der Grünen der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner, sein

Kollege aus dem Bundestag Özcan Mutlu und Gollaleh Ahmadi als Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Spandauer BVV.

Als ich nach einem längeren Austausch lustiger Botschaften auf dem Podium, begleitet von einem albernen Lachen der Moderatorin und Vorsitzenden der Grünen Spandaus, Susanne Zissel, ihres Zeichens Berliner Staatsanwältin, bewusst provozierend fragte, was denn die Einladenden veranlasst hat, den Lummer-Schüler Kai Wegner, bekanntermaßen seit Jahren „Rechtsaußen“ der CDU zu diesem Thema zu befragen und sich sogar die Wegnahme des Themas in Richtung „Wir brauchen eine Einbürgerungskultur“ (Wegner) gefallen zu lassen, antwortete mir Kai Wegner, nicht etwa die Einladenden…

Er hätte dazu gelernt, so sprach er und empfahl mir, die politischen Scheuklappen abzulegen. Doch wer genau hingehört hatte, konnte es vernehmen – er ist überhaupt nicht dafür, dass Menschen, die hier arbeiten, Steuern zahlen und leben ohne hier geboren zu sein, zwei Staatsangehörigkeiten besitzen. Das findet er immer noch nicht fair (gegenüber den Deutschen, die das ja nicht hätten, so sprach er schon vor vielen Jahren auf einer anderen Diskussionsveranstaltung), aber den jungen Türken, ja denen würde er damit helfen wollen, sich zu integrieren, ihnen wolle er Deutschland ans Herz legen ohne ihnen die Heimat als solche zu verwehren.

Absurd, sinnlos und kontraproduktiv seine „Zugeständnisse“. Wer wie Kai Wegner keine Chance auslässt, um mehr Abschiebungen, Bestrafung für Bundesländer, die zu wenig abschieben oder gar ein Ausreisezentrum in Berlin zu fordern und dabei auch Plattitüden liefert, wie eine Einreisequote für Frauen(!?), hat das Recht verwirkt, SEINE Ansichten über Einbürgerungen, Staatsangehörigkeiten, Zugehörigkeiten, Loyalitäten und Menschen überhaupt zu verkünden. Wer ihm ein Podium bietet und dies

Blick ins Publikum

nicht ausdrücklich deshalb tut, um ihn zu demaskieren, macht sich mitschuldig. Schwarz-grün wird es richten, irgendwann, so die Nachricht des Abends, an dem sich alle lieb hatten. Als ich die Grünen fragen wollte, wie sie es finden, einen Gast auf meine Frage an sie antworten zu lassen, wurde mir das Wort verwehrt – Schluss mit lustig, wir wollen zusammen schunkeln… Schade nur um die aufrechten Mitstreiterinnen Gollaleh Ahmadi und Elmas Wieczorek.

Und ja, ach ja, das Deutschlandfahnen-Schwenken zur Fußball-WM wurde als Errungenschaft des freundlichen Miteinander der Kulturen gewertet. Da wundert es mich eigentlich, dass zum Schluss nicht alle zusammen die Nationalhymne sangen, aber, wer weiß, vielleicht habe ich es nur nicht gehört, denn ich war dann wohl schon weg.