…unerfahrene Demo-Anmelder auf dem zugewiesenen Platz

Nach dem heimlichen und in Selbstlobhudelei fulminanten AfD-Auftritt am 11.6.2017 in den Räumen der Zitadelle Spandau hat auch Bärgida (der Berliner Ableger von Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) Spandau als Zielobjekt ausgemacht. So versuchten sie am 19. Juni ihren Spandauer Stadtspaziergang, der nur durch den willfährigen Einsatz der Polizei überhaupt möglich wurde. Diese hatten Anmeldern von Gegendemos (Linke, Grüne, SPD) einen Außenplatz zum von-Ferne-zusehen zugewiesen und sie als etwas unglücklichen Haufen in der Breiten Straße durch die Altstadt ziehen lassen, während die Muskelmänner von Bärgida aus ihrem Pkw die Beschallungslautsprecher zauberten. Einigen gelang es, das Treiben aus der Nähe zu beobachten.

Bärgida-VOLK unbehelligt beim Aufbau der Beschallungsanlage

Nach einer Rangelei mit der Staatsmacht, bei der der anwesende Bundestagsabgeordnete Raed Saleh nur große Augen machte, als man ihn um Schutz bat, entwickelte sich ein gekonnt dezentrales Agieren gegen den kleinen, verwirrten Trupp. Die Altstadt ließ sich in keine Richtung abriegeln, die Irritationen und die ständig neuen Anweisungen innerhalb der Polizei führten zu lauten und auch spaßigen Störungen. Den wirklich kranken, geschichtsverdrehenden Aussagen zuzuhören, bewies einmal mehr, dass dieser krude Störverein keine Ahnung hat. Einmal laut auf die Brust schlagen und „ula, ula“ schreien, kann einfach nur zu Lachern führen. Deutsches Imponiergehabe der dümmsten Art – indes, nicht ungefährlich!

Wer faschistischen Rädelsführern folgt, will Geschichte weder richtig verstehen noch kennen und geschweige denn, sie akzeptieren. Die Nöte, die eine kapitalistische Gesellschaftsordnung erzeugt, lassen sich nicht mit Geschichtsrevision oder gar völkischem Gestammel verändern. Damit gelingt es nur, Feindschaften zu manifestieren, Menschen gegeneinander aufzutreiben und jede Form von Solidarität zu vereiteln. Das dient, wie allgemein bekannt, nur der Stabilisierung eines Systems. Nicht den Menschen. Als um 21.30 Uhr die Volkes-Anbeter zum Bahnhof geleitet wurden – nach dem Trällern der drei Strophen des Liedes der Deutschen und mehrfach bekundetem Dank an die Polizei – wurde den ausharrenden Gegnern wie üblich der Verbleib angeordnet.

Schon in anderen Bezirken werden sie nur noch ausgelacht, wenn sie statt der Straße mangels Masse nur noch den Bürgersteig betreten dürfen – hier wird es ihnen ebenso ergehen.