Klara Zetkin und Rosa Luxemburg 1910

Was gibt es denn zu feiern?

Trotz etlicher Versuche, den Internationalen Frauentag abzuschaffen oder wenigstens zu entpolitisieren, hat er sich durch fortschrittliche Menschen bis heute fest am 8. März verankert. Selbst als er durch die Nazis  verboten wurde (denen galt die Frau bekanntermaßen erst als Mutter der Ehre wert…) bestand er im Verborgenen weiter – es wurden erstaunlich viele rote Kleidungsstücke an Fenstern oder Wäscheleinen „ausgelüftet“ oder illegale Flugblätter verteilt.

Ein Blick auf das Wahlrecht von Frauen spricht Bände über die Schwierigkeiten, bestehende patriarchalische Verhältnisse aufzubrechen. Seit 1717 gibt es in einigen Ländern kurzzeitige Versuche, Frauen die Wahl zu erlauben, in Europa zog dann 1906 Finnland nach, gefolgt von den anderen skandinavischen Ländern. In Deutschland darf die Frau seit 1919 wählen – eben bis auf die Zeit zwischen 1933 und 1945, in der das passive Wahlrecht für Frauen wieder abgeschafft wurde. In der Schweiz war die Wahl für Frauen indes sogar erst ab 1971 möglich – ein Kanton musste 1990 durch das Schweizerische Bundesgericht 1990 erst gezwungen werden, das Frauenwahlrecht zuzulassen!

Inzwischen ist dieser Tag weltweit ein Tag zum feiern – obwohl er nur in Angola, Armenien, Asebaidschan, Burkan Faso, Eritrea, Georgien, Guinea-Bissau, Kasachstan, Kambodscha, Kirgisistan, Laos, Madagaskar, Moldawien, der Mongolai, Nepal, Russland, Sambia, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan, Uganda, der Ukraine, Vietnam, Weißrussland und Zypern konsequent zu einem staatlichen Feiertag erhoben wurde. Im China des „Wirtschaftswachstums“ leistet man sich wenigstens den freien Nachmittag für die berufstätige Frau.

Plakatvorlage von 1911

100 Jahre Internationaler Frauentag

Da hinkt dieses sich „aufgeklärt“ brüstende Deutschland, das am Hindukusch die „Rechte der Frau verteidigt“, mächtig hinterher. Wen wunderts, bei antikommunistischen Vorschwätzerinnen wie A. Schwarzer ist an eine wirkliche Gleichheit aller Menschen nicht gedacht. Immer noch bekommen 75 % der berufstätigen Frauen nicht den gleichen Lohn wie der männliche Kollege und immer noch gibt es in den Chefetagen prozentual gen Null gehende Frauenanteile. Ob dem mit einer erzwungenen Quote abzuhelfen ist, bleibt abzuwarten.

An dieser Stelle halten wir es für angebracht, darauf hinzuweisen, dass wir – solange die Gleichheit zwischen Mann und Frau nicht in allen Lebensbereichen wirklich umgesetzt ist – die weiblichen Formulierungen in der Orthographie nur benutzen, wenn es uns angemessen erscheint.

Wir wünschen allen Frauen auf dieser Welt die Anerkennung ihrer Rechte als Mensch und Kämpferin auf diesem Planeten.

Für ein selbstbestimmtes menschenwürdiges Leben!

 

zum Download tabellarische Auflistung des weltweiten Wahlrechts für Frauen